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https://www.desperate-workwives.net/networkingunterfrauen

 

 

„Wir kennen und wir helfen uns!“ – Wo Net(t)working unter Frauen wirklich gelingt

von Stefanie Boese-Bellach

Frauen netzwerken anders! Das ist Konsens vielfältiger Studien. Während Männer eher zielgerichtet berufliche Kontakte suchen, geht es Frauen um emotionalere Bindungen und vielfältigen Austausch. Frauen netzwerken gern auf „Augenhöhe“. Ein Frauennetzwerk in dem das besonders gut gelingt, stellt die Autorin hier vor.

 

„Desperate Workwives – Von Verzweiflung keine Spur!“: Die DWW sind ein kunterbuntes, humorvolles und sehr reges Netzwerk von Frauen für Frauen. Hier können Freundschaften und Kooperationen geknüpft werden. Und das nicht nur online, sondern auch live bei vielen großen, überregionalen oder kleinen, spontanen Treffen. Die DWW sind Studentinnen, Angestellte, Mamis, Führungsfrauen, Omas, Künstlerinnen, Selbstständige, Arbeitssuchende, Rentnerinnen und vieles mehr. Weitere Informationen und Kontakt unter: www.desperate-workwives.net

Morgens halb Zehn (nicht nur) in Deutschland. Nach den ersten Aufgaben des Tages gönne ich mir eine kleine Pause und besuche „die Mädels“. Nur wenige Klicks mit meiner PC-Maus und ich bin mitten drin im „DWW-Hauptquartier“.

„Die Autorin“: Stefanie Boese-Bellach lebt in Niedersachsen und ist seit 2011 eine DWW. Als Diplom-Sozialpädagogin und Autorin ist sie Fachfrau für Gesundheitsförderung und empfindet die DWW hier als ungemein hilfreich. „Sich in verschiedenen Netzwerken, privat und beruflich, zugehörig zu fühlen, andere zu unterstützen und selbst unterstützt zu werden, hat eine große Bedeutung für die persönliche Gesundheit!“ Kontakt unter: www.bug-institut.de

In den vielen, unterschiedlichen Foren habe ich die Möglichkeit mich in Diskussionen einzubringen oder eigene Anliegen einzustellen. Privatere Inhalte verschicke ich mit einer persönlichen Nachricht. Zwei dieser Nachrichten finde ich heute Morgen selbst in meinem DWW-Postfach. 

Jutta gratuliert mir zu einem Artikel, den ich vor wenigen Tagen veröffentlichte und fragt, ob ich noch Zeit für einen weiteren Auftrag hätte und Magda erinnert mich daran, dass ich ihr mein Zimtschnecken-Rezept beim letzten DWW-Treffen versprach.

Die Themen dieses Frauennetzwerkes sind vielfältig. Sie reichen von Alltagsgeschichten, beruflichen Fragestellungen und Kooperationswünschen, bis hin zu persönlichen Anliegen und Diskussionen über „Gott und die Welt“.

Warum der Name „Desperate Workwives“? Mich hat er zu Beginn auch irritiert. Hier ist es wichtig dem Zusatz „Von Verzweiflung keine Spur“ Beachtung zu schenken. Die DWW haben Humor, viel davon! Das Leben ist nicht immer leicht, darüber sollte man reden, aber es ist auch bunt und schön und daran erinnern sich die DWW erfolgreich gegenseitig.

Der Ton ist respektvoll und freundschaftlich, es wird geduzt, auch, wenn sich (noch) nicht alle persönlich kennengelernt haben. Für Letzteres gibt es jedoch reichlich Gelegenheit, denn die DWW verstehen sich nicht nur als virtuelles Netzwerk.

Ich erinnere mich an mein erstes DWW-Treffen vor vielen Jahren in Köln. Sehr gespannt war ich aus Hannover angereist und traf mich mit fast 30 Frauen, die ich bis dahin nur aus dem Internet kannte. Wir waren ein buntgemischter Haufen unterschiedlichsten Alters und unterschiedlichster Berufe. Wir verbrachten ein spannendes Wochenende miteinander, erkundeten die Stadt bei einer Ralley, trugen rote Nasen und „klüngelten“ bei gutem Essen und reichlich Wein bis spät in die Nacht. Klüngeln ist Kölsch und heißt so viel wie „Wir kennen uns, wir helfen uns!“ und GENAU SO kann man dieses Netzwerk am treffendsten beschreiben.

Heute Morgen klicke ich mich zuerst ins „Pausencafé“. Petra wünscht sich möglichst schnell Hilfe bei der Formatierung eines Textes, Suse braucht Tipps für ein Geschenk zur Hochzeit ihrer besten Freundin, Melanie muss ihrer Wut über ihren Chef Luft machen und wir alle hüpfen in Sabines imaginäre „Tasche“, um ihr bei einem wichtigen Termin beizustehen.

„Chefin der DWW“: Die DWW-Chefin lebt im Taunus und ist hauptberuflich Inhaberin der „Rätselschmiede“, einer Rätsel- und Unterhaltungsagentur für Printmedien. Nachdem ein Frauennetzwerk, in dem sie selbst lange Mitglied war, geschlossen wurde, eröffnete sie im Juli 2010 die DWW auf XING. Hier setzte sie die liebgewonnene Netzwerkarbeit fort. In kurzer Zeit wuchsen die DWW auf über 600 Mitglieder und wurden zu einer der aktivsten Gruppen der großen Businessplattform. Da der Einfluss des Plattformbetreibers auf die Gruppen wächst und zunehmend Fremdwerbung den Lesefluss in den Foren stört, suchte Christine Reguigne nach einer werbefreien und datensicheren Alternative. So entstand im Frühjahr 2017 die Website des DWW Hauptquartieres. Gegen einen geringen Jahresbeitrag ist hier ein ungestörtes und datensicheres Miteinander möglich. Werbung ist lediglich von Mitgliedern erlaubt.

Ich war schon Mitglied in unterschiedlichsten Frauennetzwerken. Manche eher virtuell, manche regional und mit regelmäßigen Treffen. Bei vielen schien es überwiegend um Selbstdarstellung zu gehen und thematisch ging es oft lediglich um den Beruf. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass die besten beruflichen Kooperationen auf der informellen Basis entstehen. So war ich lange auf der Suche nach einem Netzwerk, das vielfältiger unterwegs ist.

So richtig „heimisch“ bin ich 2011 bei den DWW geworden. Moderatorin und „DWW-Chefin“ Christine Reguigne schafft es, ganz unterschiedliche Frauen mit vielfältigen Themen und spannenden Aktionen nicht nur virtuell miteinander in Kontakt zu bringen. Von besonderen Aktionen, über Flohmärkte für den guten Zweck und regelmäßigen Treffen in allen Ecken des Landes, bei den DWW ist vieles möglich und jede Frau eingeladen, sich und ihre Ideen einzubringen.

Wann ich aktiv dabei bin, in welche Themen ich mich einbringe, wie viel ich von mir selbst erzähle…all das ist jeder Frau selbst überlassen.

„Die DWW sollen das Leben leichter machen! Druck hat da ja wirklich nichts zu suchen“, so die Moderatorin, die über die Bedeutung der DWW für sich selbst (mit einem Augenzwinkern) sagt, dass ein Leben ohne dieses Netzwerk zwar machbar, aber sinnlos ist.

Meine Vormittagspause ist beendet. Ich habe mit Suse mit gefiebert, die auf den Zuschlag für ein großes Projekt hofft, mich mit Hanna kontrovers über vegane Ernährung ausgetauscht und mir notiert, dass ich das Überraschungspäckchen für Christina nicht vergessen darf, die mir in der letzten Zeit mit ihrem Know-How als Anwältin enorm geholfen hat.

Ich fühle mich gut aufgehoben zwischen all diesen aktiven, lebensfrohen und hilfsbereiten Frauen. Gemeinsam spinnen wir ein stabiles und elastisches Netz füreinander und da hat Verzweiflung so gar keine Chance.

 

 

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