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Desperate Workwives – von Verzweiflung keine Spur
  • Acht Fragen an … Kerstin Wessel

    Unter dem Namen KW-Kommunikation arbeitet Kerstin Wessel als selbstständige Trainerin und Coach fürKommunikation und Teamentwicklung. Seitdem sie Qi Gong als den idealen Ausgleich für sich entdeckt hat, will sie mehr. Nach einigen Jahren bei unterschiedlichen Lehrern hat sie sich zur Qi Gong-Übungsleiterin ausbilden und vom DDQT (Dachverband für Qigong und Taijichan) mit dem Gütesiegel auszeichnen lassen. Seit einigen Jahren gibt sie nun neben Ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Teamentwicklerin und Kommunikationstrainerin Qi Gong-Kurse für unterschiedliche Zielgruppen.

    In ihrer Freizeit ist Kerstin Wessel unter anderem: begeisterte Taikotrommlerin, Reikimeisterin, Tierkommunikatorin, Kräutergärtnerin, Köchin, Katzenfreundin, Wassersportlerin, Weinkennerin und Frankreichfan.

     

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    Kerstin Wessel

     

    Kommunikationstrainerin,
    Teamentwicklerin und
    Qi Gong-Lehrerin

    KW-Kommunikation

    Elisabethstr. 70
    52525 Heinsberg

    kwk@kerstin-wessel.de
    www.kerstin-wessel.de

     

     

    Wie verbindest du Job und Familie?

    Man sollte meinen, dass dies kinderlos kein Thema darstellt. Hat es aber teilweise doch. Als ich noch Vollzeit berufstätig war und bereits nebenberuflich durchstartete war schon extrem wenig Zeit für Leben gemeinsam mit meinem Mann übrig. Morgens um 7 aus dem Haus und abends kurzer Durchflug, bevor ich wieder zu irgendwelchen Kursen verschwand, die Wochenenden voll mit Buchführung, Konzepterstellung und Planung. Zudem führte eine Fusion zu für mich immer belastenderen Umständen im Hauptjob. Zeit für Haushalt oder Zweisamkeit war keine mehr da! Das alles führte zu meiner relativ spontanen Kündigung im Januar diesen Jahres, die ich noch keine Sekunde bereut habe! Jetzt ist es leichter. Wir arbeiten beide von zu Hause aus, die Katzen haben nunmehr zwei Personen, die sie stalken können und wir legen Wert darauf, wenn möglich gemeinsam zu frühstücken und Mittag zu essen. Geputzt wird gemeinsam, da gibt es eine klare Aufgabenteilung.

     

    Wenn du drei Wünsche frei hättest, was würdest du dir für deine Karriere wünschen?

    Ich habe in diesem Jahr begonnen, genau das zu tun, was mir Spaß macht. Ich wünsche mir, dass die Entwicklung sich so fortsetzt und ich lange fit und gesund bleibe, um diese Arbeit noch sehr lange mit Freude und Qualität machen zu können!

     

    Was möchtest du anderen Frauen mit auf den Weg geben?

    Es klingt abgedroschen, ist aber einfach wahr: Wenn ihr einen Traum habt, traut Euch, ihn zu leben! Es ist ganz egal wann man es anpackt und wie alt man ist. Es ist nie zu spät, neu anzufangen. Ich habe in Frankreich vor kurzem eine Karte gefunden, auf der der hierzu passende Spruch stand: Si vous n‘aimez pas l’endroit ou vous êtes, …. Bougez de là: vous n’êtes pas un arbre. (Wenn der Ort, an dem Ihr seid Euch nicht gefällt, dann verlasst ihn! Ihr seid kein Baum.)

     

    Wie lange bist du schon ein Desperate Workwife? Was bedeutet das für dich?

    Seit 2008. Ich bin kurz vor dem ersten großen Treffen in Köln eingetreten und habe dann direkt in Köln einen Haufen wunderbarer Frauen kennengelernt. Die DWW bedeuten mir sehr viel! Ich habe hier so liebe Wegbegleiterinnen, Rat spendende und wichtige Impulsgeberinnen kennengelernt. Ich stünde nicht da, wo ich jetzt stehe, wenn ich nie zu den DWW gekommen wäre. Die persönlichen Treffen sind immer so wertvoll und bereichernd, geben Kraft und Ideen. Das vergangene Jahr hatte einige Veränderungen für mich im Gepäck und auch die DWW hat es ordentlich durchgeschüttelt. Es war ein Jahr, in dem ich mich in so mancher Situation klar positionieren musste. Im Falle der DWW fiel es mir nicht schwer. Ich bin nicht das Mitglied IRGENDEINER Frauengruppe: ich bin eine DWW! Die DWW sind anders: direkter, frischer, ehrlicher und aktiver. Und die DWW sind nicht die DWW, wenn Christine sie nicht managed. Last but not least haben mich die DWW  zum Netzwerken gebracht und ohne diesen Impuls, mich auch lokalen Netzwerken anzuschließen und aktiv mitzumischen wäre ich auch lange nicht dort, wo ich jetzt bin!

     

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    Nach 18 Jahren als Führungskraft bei verschiedenen Banken bist du jetzt den großen Schritt in die Selbstständigkeit gegangen. Wie ist es dir bisher ergangen?

    Es ist schon fast unheimlich! Als hätte alles darauf gewartet, fügt sich für mich alles wie von selbst. Gerade was das Thema Qi Gong angeht wird mir ein roter Teppich nach dem anderen vor die Füße gelegt. Ich habe natürlich ein paar Samenkörner gestreut, als ich nebenberuflich in dem Bereich unterwegs war. Aber dass ich nach nur einem halben Jahr 6 Kurse knackevoll habe und Leute auf Wartelisten, das habe ich so nicht erwartet. Das geht so weiter und es scheint, als würde sich mein Traum, meinen Fokus zu einem sehr großen Teil auf das Unterrichten im Qi Gong zu legen, sehr schnell erfüllen lassen. Ich habe spezielle Programme für Senioren entwickelt, die damit Balance, Koordinationsfähigkeit und Konzentration verbessern und gleichzeitig auf sanfte Art Ihre Muskeln trainieren können. An einem Konzept für Kinder arbeite ich zur Zeit.

    Für mich ist die Vielfältigkeit wichtig und im Moment fühlt sich sehr wenig von meinem Alltag an wie Arbeit. Ich bereite Akquiseseminare vor und tobe meine kreative Ader am Flipchart aus. In Vorträgen bei Netzwerktreffen und im Rahmen einer lokalen Vortragsreihe kommt die Rampensau in mir zur Geltung. Ich erfinde meine Phantasiereisen für die Schlussentspannung beim Qi Gong und baue mein Kräuterwissen und meine Liebe zur Sprache mit ein. In den Kursen lerne ich ständig interessante und liebe Menschen kennen. Kurz gesagt: Ich mache was ich will, was mir Spaß macht und worin ich mich ausdrücken kann. Dennoch oder genau deswegen habe ich Erfolg damit und bekomme durchweg positive Resonanz und Dankbarkeit zurück.

     

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    Du hast zusammen mit zwei anderen Workwives auch schon ein großes DWW-Treffen in Aachen organisiert, wo wir gemeinsam Taiko gespielt haben. Wie bist du zum Taiko-Trommeln gekommen?

     

    Die DWW sind schuld! Stephanie Rosen-Strauch, die mit Ihrem Mann die Taikoschule Wadaiko RosenStrauch leitet, ist meine Freundin. Ich hatte immer mal vor, es auszuprobieren. War aber nie dran. Immer war etwas anderes wichtiger. Und dann kam das Aachenevent und ich habe angefragt, ob wir da etwas machen können. Wie ihr wisst, haben wir dann tatsächlich getrommelt. Und zack! Ich war sofort infiziert und habe mich zum Kurs angemeldet. Seitdem trommle ich mit. Gemeinsam mit Stephanie und Guido habe ich inzwischen ein Teambuildingkonzept mit Taiko ausgearbeitet, was wir auch bei Firmen anbieten.

    Taiko birgt ein hohes Suchtpotenzial. Wenn man einmal angefangen hat und sich in einer Gruppe wiederfindet die so herzlich und voller Spaß jede Woche zusammen trommelt, ist man infiziert. Taikoritis ist laut Aussage einer meiner Mittrommlerinnen unheilbar und kann nur durch regelmäßiges Trommeln gelindert werden 😉

     

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    Du bist seit Jahren im Katzenschutz tätig. Was bedeutet das für dich?

     

    Zunächst einmal hatte ich mich der Katzensuche verschrieben. Vor Jahren war unsere Katze Lucky von jetzt auf gleich abends verschwunden und wir haben sie drei Wochen lang verzweifelt gesucht. Auf meiner Suche bin ich damals an die Neusser Katzensuche geraten. Das war ein Grüppchen von Leuten, die mit Chiplesern ausgestattet waren und zugelaufene Katzen auslesen fuhren und überfahrene Katzen von der Straße holten. Die Katzen wurden fotografiert, ausgelesen und auf einer Website katalogisiert. Nachdem ich am eigenen Leib erfahren hatte, wie schlimm die Ungewissheit ist, wenn man ein Tier vermisst, habe ich mit der Gruppe angeschlossen.

    Schnell habe ich festgestellt, dass der Tierschutz ein Jahrmarkt der Eitelkeiten ist und dass hier mit harten Bandagen gekämpft wird. Ein Shitstorm jagte den nächsten und die Tierschutzorganisationen untereinander konnten nicht miteinander.

    Als Teamentwicklerin hat mich das nicht losgelassen und ich habe kurzerhand eine Facebookseite und dazu eine entsprechende Gruppe gestartet, in die ich alle mir bekannten Tierschützer eingeladen habe.

    Der Coup an der ganzen Sache war, dass ich aus jeder Gruppe ein Mitglied zum Admin gemacht habe und gleichzeitig Gruppenregeln zum gemeinsamen Ziel: „Wohl der Katzen“ und „Umgang und Etikette“ formuliert habe. Die Admins hatten alle die Aufgabe, diese Regeln zu überwachen und ggfls. Verstöße zu sanktionieren. Es war ein Versuch und ich bin megaglücklich, dass es geklappt hat.

    Es sind Kooperationen und Freundschaften entstanden, die man vorher nicht für möglich gehalten hätte. Über die Kontakte zu den Katzenschützern bin ich auch an meine wunderbaren Kleinraubtiere geraten 😉

    Heute bin ich immer noch mit Chipleser unterwegs und auf einer Deutschlandweiten Helferkarte verzeichnet. Wenn hier in der Region also ein Tier zuläuft oder tot gefunden wird, bin ich im Einsatz. Außerdem unterstütze ich Tierschutzorganisationen teilweise als Tierkommunikatorin.

     

     

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    Du bist Frankreichfan! Wie kam es zu dieser Liebe und was bedeutet es für Dich?

    Ich kannte bis zu meinem 19. Lebensjahr Frankreich überhaupt nicht. In der Realschule tat ich mich eher schwer mit dem Fach Französisch und hatte sogar Nachhilfe. Dann hieß es nach meiner Banklehre, ich müsste ein Jahr überbrücken um einen Platz am Kolleg fürs Abi zu erhalten. Ich hätte mich also entweder bei VW ans Band stellen und viel Geld anhäufen können… oder …

    Es wurde zum Entsetzen der meisten Menschen in meinem Umfeld das „oder“.

    Über die Zentrale Arbeitsvermittlung in Frankfurt ließ ich mich in eine Au Pair-Agentur bei Paris vermitteln. In einer Journalistenfamilie habe ich dann ein Jahr „überlebt“. Es war ein anstrengendes Jahr mit zwei Teenagern, die mir anfangs absolut auf der Nase herumtanzten, einer sehr strengen Madame und einer mehr als schwierigen Anfangszeit in Paris, weil gerade jeden zweiten Tag einen Bombe hochging (1986). Aus dem komplizierten Verhältnis zu der Familie ist eine sehr enge Freundschaft geworden, die die Qualität einer Zweitfamilie hat. Die Kinder von damals sind inzwischen selbst Eltern, mein Nachfolge-Au-pair aus Wien meine beste Freundin und meine Liebe zu Frankreich, der französischen Lebensart, französischem Essen und französischer Musik ist in den vergangenen 30 Jahren gewachsen und ungebrochen vorhanden.

     

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    Frankreich ist auch ein starkes verbindendes Element mit meinem Mann. Er hat in demselben Jahr in Frankreich gelebt wie ich. Er als DJ und Animateur in Antibes und ich als Au Pair bei Paris. Er war der erste Mensch, der die Begeisterung für Frankreich im gleichen Maße empfand wie ich. Seine Mutter besaß eine Wohnung in Antibes und so haben wir viel Zeit an der Côte d’Azur und im Hinterland verbracht. Inzwischen fahren wir, so oft es geht, in unsere Lieblingsstadt Metz in Lothringen, die wir von uns aus in 3 Stunden Autofahrt erreichen. Wir haben Freundschaften in Frankreich geschlossen und freuen uns immer wieder, in diesem Land unterwegs zu sein.

    Besucher merken bei uns zu Hause schnell, für welches Land unsere Herzen schlagen! Ob zu Mittag ein typischer französischer Bratentopf auf den Tisch kommt, ein Le Creuset, oder der Wein in einem Kühler aus Vallauris steht- selbstverständlich auf einer provenzalischen Tischdecke. Der Zuckertopf kommt aus der Keramikstadt Biot und die Teekanne stammt aus Nizza, während im Hintergrund französische Musik von Cabrel bis Garou läuft. Natürlich fahren wir beide Renault und in meinem liegt ein Schal der französischen Fußballnationalmannschaft 😉

    Vive la France!

     

    Herzlichen Dank an Kerstin für dieses tolle Interview. Ich geh jetzt mal eine Runde Garou hören 🙂 Auch hier sind die DWW Schuld!
    Liebe Grüße von Christine


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