Stefanie lebt und arbeitet im Calenberger – Land, zwischen Hameln und Hannover. Dieser Landstrich wird aufgrund seiner fruchtbaren Böden auch gern als „Kornkammer des Könighauses Hannover“ bezeichnet. Davon profitiert auch der Garten ihres Bauernhauses von 1838. Hier stehen zwei riesige uralte Kirschbäume und es gedeihen Rosen, Lavendel, viele Arten von Hortensien und ihr heißgeliebter Frauenmantel.

Mit ihrer Familie werkelt Stefanie seit 2003 an der Sanierung des Hauses. Da ist viel Platz für spannende, gesundheitsfördernde Seminare, DIY-Projekte und allerlei weiteren Leidenschaften wie z.B. Einladungen zu jazzigen Hauskonzerten, musikalischen Lesungen oder die Bewirtung von 40 Personen mit dem weltbesten Käsekuchen.

Kopf, Herz und Bauch in Einklang zu bringen ist nicht nur ihre private, sondern insbesonders Stefanies berufliche Leidenschaft. Ihre fast 20jährige Berufserfahrung als Referentin im Bereich der Gesundheitsförderung gibt sie unter anderem als Autorin, Lehrkraft an berufsbildenden Schulen und im Coaching von Führungskräften weiter. „Was erhält Menschen gesund?“ Dieser Frage ist Stefanie schon seit dem Studium auf der Spur.

 

 

 

Stefanie Boese-Bellach

Diplom-Sozialpädagogin

 

www.bug-institut.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie verbindest du Job und Familie?

Ich arbeite schon seit meinem Studium zu mindestens 70% freiberuflich und somit war ich nie mehr als zwei Tage die Woche in festen Anstellungen „außer Haus“. Das kam der Familie immer zugute. Autos, große Reisen, teure Klamotten…waren uns nie so wichtig und daher ist unser Luxus ein Familienleben mit ganz viel Zeit füreinander.

Mehrtägige Seminare habe ich so oft es ging in die Ferien gelegt. Mein Mann ist Lehrer und so konnten er und unsere Tochter mich viel begleiten. Ich habe dann gearbeitet und meine zwei haben unglaublich viele Museen, Kirchen, Klöster in Deutschland besucht und hatten schöne Papa-Kind-Erlebnisse, die sie mir dann abends im Hotel berichteten. Mein Mann begleitet mich auch heute noch gern zu meinen Seminaren. Vor etlichen Jahren haben wir sogar einige gemeinsam geleitet. Da ging es um das Thema Stressbewältigung für werdende Eltern. Ein Seminar der Techniker Krankenkasse. Unsere Zusammenarbeit als Paar war für uns total bereichernd und ich glaube, wir waren für die TeilnehmerInnen als Leitung und Paar sehr authentisch.

 

Wenn du drei Wünsche frei hättest, was würdest du dir für deine Karriere wünschen?

  1. Ich möchte meine Erfahrungen in der Gesundheitsförderung in einem tollen Praxishandbuch für Führungskräfte veröffentlichen. Als Autorin habe ich schon für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gearbeitet und veröffentliche regelmäßig Fachartikel für Führungskräfte, aber mich juckt es seit einiger Zeit in den Fingern nach einem großen Buchprojekt.
  1. Ich wünsche mir einen tollen Manager/eine Managerin, denn leider bin ich zu Aquise und Vermarktung überhaupt nicht zu gebrauchen. Also…wer sich berufen fühlt und gute Kontakte zur Wirtschaft hat…bitte bewerben!
  1. Eine Karriere als Jazz-Sängerin wäre nebenbei noch ganz nett. Wünschen ist hier ja ausdrücklich erlaubt 😉

 

Du liebst es größere, private Events zu planen. Was denn so?

Unser Haus hat einen sehr großen und offenen Wohnbereich. Gleich nebenan ist mein Seminarraum. Perfekt für viele Gäste, zumal wir auch sehr flexibel möbliert sind. Manchmal erfülle ich mir hier den (typischen Weibertraum) vom eigenen Lokal/Café, denn wir können gut 40 Gäste an kleinen Tischen bewirten. Bei schönem Wetter geht es auch gern in den Garten. Wir hatten schon musikalische Lesungen, Märchenabende und Jazz-Combos. Das sind oft Künstler aus meinem Bekanntenkreis oder Freunde, die sich mal kreativ vor Publikum austoben wollen. Ich versuche immer, dass die Snacks zu den Darbietungen passen. Zur Lesung über eine Weihnachtsgans gab es u.a. vegane Schmalzbrote, zum Sommer-Jazz dann American-Cheesecake. Unsere Gäste müssen allerdings aushalten, dass ich als Gastgeberin auch etwas zum Besten gebe, gern was jazziges, Texte oder einen thematisch passenden Chanson.

Mir ist es wichtig, dass sich die Menschen füreinander interessieren und austauschen. Da sitzen Leute an einem Tisch, die sich sonst nie füreinander interessiert hätten. Ich lade Freunde und Familie ein, aber auch viele berufliche Kontakte. Die Leute fragen schon, ob sie jemanden mitbringen dürfen und so sind immer auch einige neue Gesichter dabei.

Aber egal ob hier im Haus oder wo auch immer…ich plane einfach gern und liebe die Rolle der Gastgeberin. Wobei ich mich da oft ein bissel verausgabe und mich am nächsten Tag freue, wenn ich mit einem großen Teller Resten und schönen Eindrücke einfach nur aufs Sofa sinken darf.

Und dann wäre da noch das große DWW-Advents-Event, das ich nun zum zweiten Mal mit unserer DWW Chefin Christine planen darf. Da haben wir uns als advents- und weihnachtsverrückte Weiber gesucht und gefunden.

  

Da deine Backkünste legendär sind, verrate uns doch bitte dein Lieblingsrezept.

Das sind definitiv ZIMT-KARDAMOM-SCHNECKEN!!! Ich kann (insbesondere im Herbst) nicht ohne sie leben. Ooooh dieser Duft!

Mit Rezepten ist es bei mir aber immer schwierig, weil ich so eine intuitive „Bauchköchin“ bin. Okay, ich versuchs mal:

  • Auf alle Fälle braucht ihr ein Blech Hefeteig und da ist es wurscht, ob ihr den aus der Kühltheke nehmt oder ihn selbst herstellt. Nur keinen Stress!
  • Mixt euch einen kleinen Kaffeebecher voll Zucker, Zimt, Kardamom und einer guten Prise Salz. Ihr müsst einfach öfter den Geschmackstest wagen, um eure Mischung zu finden.
  • Dann verstreicht ihr locker mindestens ein halbes Stück weiche Butter auf dem Hefeteig und streut eure Würzmischung großzügig darüber.
  • Jetzt mit dem Pizzaroller ca. 3cm breite Streifen schneiden und jeden Streifen liebevoll zur Schnecke wickeln.
  • Ab in den Ofen, bei ca. 175 Grad Umluft.
  • Schön vor den Ofen setzen, den Duft genießen und beobachten, wann die „Schneckerei“ den richtigen Bräunungsgrad hat. Ich mag sie gern etwas heller.

 

 

Ganz wichtig! Die Schnecken schmecken am allerbesten mit hochgelegten Füßen auf dem Sofa. Ladet eure Liebsten dazu ein und lasst euch gehörig für das köstliche Backwerk loben. Dann wird das Ganze zum Genuss für Bauch UND Herz – und so soll das Leben doch sein, oder?

 

Als langjähriger Trekki kennst du dich natürlich aus im All. Was würdest du von der Enterprise am liebsten in unsere Zeit holen?

Die Holodecks! Zum einen wäre es natürlich ganz wunderbar, wenn man sich Abenteuer oder Reisen so einfach mal programmieren könnte. Dann würde man mich nach Feierabend oft am Meeresstrand finden. Zum anderen finde ich die Idee reizvoll, dass Auseinandersetzungen und Kriege einfach aufs Holodeck verlegt werden. Die Armeen sind dann Hologramme. Ach generell, würde ich viele Werte aus Star Treck gern in unsere Zeit beamen. Für mich symbolisiert die Serie den Wunsch nach einem friedlichen Miteinander, egal welcher Hautfarbe oder sexueller Orientierung. Da ist sie unserer Zeit schon immer weit voraus.

 

Frauengesundheit liegt dir sehr am Herzen. Haben Frauen hier andere Bedürfnisse als Männer?

Nach wie vor sind es hauptsächlich Frauen, die sich sozial und familiär engagieren. Frauen sind oft die „Gesundheitsmanagerin“ für die gesamte Familie und pflegen nebenbei noch das private Netzwerk. In sozialen Berufen, wie z.B. in der Erziehung und Pflege, engagieren sich deutlich mehr Frauen als Männer.

Fürsorge für andere scheint ein großes weibliches Thema zu sein. Damit will ich nicht sagen, dass es nicht auch sehr fürsorgliche und sozial engagierte Männer gibt. Die gibt es, glücklicherweise, und dieser Typus Mann hat dann ähnliche Probleme wie die Frauen.

Menschen, die sich sehr über die Fürsorge für andere definieren, verlieren sich und ihre Bedürfnisse schnell aus dem Blick. Meine Berufung ist es, sie zu unterstützen sich selbst wieder näherzukommen. Nur auf Basis einer guten Selbstfürsorge können Frauen und Männer für andere da sein ohne auszubrennen. Das gilt für Eltern ebenso wie für LehrerInnen, ErzieherInnen oder Führungskräfte. Wer Verantwortung für Menschen trägt, der muss bei sich selbst anfangen!

 

Was möchtest du anderen Frauen mit auf den Weg geben?

Beißt euch nicht so an Dingen und Erwartungen (eigenen und fremden) fest! Lasst öfter mal los und lasst euch überraschen. Wenn wir als 100jährige auf unser Leben zurückblicken, dann spielen Erfolg, Karriere und Vermögen bestimmt eine weniger große Rolle als schöne Erlebnisse mit Familie und Freunden. Und bitte liebe Frauen, seid netter zueinander! Frau wird nicht erfolgreicher, wenn sie andere schlecht macht. Im Gegenteil! Teilt euer Wissen, eure Erfahrungen. Sorgt liebevoll für euch und andere.

 

Wie lange bist du schon ein Desperate Workwife? Was bedeutet das für dich?

Ich bin seit sechs Jahren ein DWW und echt stolz darauf! Die Workwives bedeuten mir genau das, was ich eben schilderte. Das Teilen von Wissen und Erfahrungen und das liebevolle füreinander Dasein. Und gleichzeitig ist da immer jemand, der dir auch mal den Kopf zurechtrückt, konstruktives Feedback gibt und dich an das Wesentliche („Das Leben ist schön!“) erinnert. Darüber hinaus haben sich für mich hier schon einige spannende berufliche Kooperationen und tolle private Kontakte ergeben.


Wir danken Steff für das Interview und vor allen Dingen für das Zimtschneckenrezept 🙂

21 Kommentare
  1. Marion Remy 3 Jahren her

    Hallo Steff, ich habe gerade richtig Spaß beim Lesen Deiner lebhaften Antworten.
    Und die Frage für mich ist nicht ob sondern wann Du als Jazz-Sängerin durchstarten wirst, also ich bestelle schon mal Deine erste CD ?.

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    • Stefanie Boese-Bellach 3 Jahren her

      Die Bestellung ist notiert, liebe Marion. Das ist sehr motivierend 🙂
      Und wer sagt denn, dass frau mit 80 nicht noch gut klingt…jedenfalls reif 😉

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  2. Author
    Christine Reguigne 3 Jahren her

    Stefanie ist auch eine unserer Fachfrauen. Wer mal schauen mag:

    https://www.desperate-workwives.net/fachfrauen/#link_acc-1-3-d

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  3. Cathrin Eich 3 Jahren her

    Steff, Hut ab ! Du hast Dich toll und authentisch geschildert.
    Und das mit den Kontakten zur Wirtschaft bekommst Du bestimmt auch noch hin !?Und wenn ich nachhelfe …,?

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    • Stefanie Boese-Bellach 3 Jahren her

      Liebe Cathrin, ich kann mir da lebhaft tolle Koops zwischen uns vorstellen. Ach Moment, war das jetzt ne Bewerbung als Managerin? Jippieh!

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  4. Sigrid Reithmeir 3 Jahren her

    Ich habe eine Idee, liebe Steph: Wir bringen die Zimtschnecken und das nächste Weihnachtsevent der DWW zusammen! Ich freu mich schon drauf 🙂

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    • Stefanie Boese-Bellach 3 Jahren her

      Soll ich dir was verraten, Sigi? Ich hatte in Malberg alles dabei zum Schnecken backen. Allerdings haben Frau Königin und ich es dann „verschoben“, wir hatten ohnehin viiiiel zuviele Leckereien. Auch dank DEINER tollen Kekse!

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  5. Margarita Moerth 3 Jahren her

    Liebe Steph, genau so, wie Du hier „rüberkommst“, habe ich Dich auch in natura erlebt.
    Nur leider, eine richtige Jazz-Session mit Dir fehlt noch in meinem Erlebnis-Buch!

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    • Stefanie Boese-Bellach 3 Jahren her

      Liebe Margarita, das ist ein sehr schönes Kompliment. Dankeschön 🙂

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  6. Katrin Freimann 3 Jahren her

    Liebe Steph,
    ich durfte bereits in den Genuss deiner tollen Veranstaltungen kommen. Unvergessen nicht nur die seeeehr leckeren Naschereien – abgestimmt auf die Themen der Lieder, Gedichte, Lesungen. Besonders blieb mir auch der Märchenabend in Erinnerung – kann man nicht beschreiben, muss man erlebt haben.
    Man kann immer wunderbar bei euch „abtauchen“. Vielen Dank noch einmal dafür…
    … das ist etwas was mir/uns nach unserem Umzug definitiv fehlen wird <3 <3 <3

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    • Stefanie Boese-Bellach 3 Jahren her

      Ach Katrin, dankeschön für das Feedback als Gäste! Ihr werdet auf alle Fälle fehlen bzw. vielleicht seid ihr ja zum passenden Zeitpunkt mal in der Nähe 🙂
      Auf alle Fälle treffen sich die DWW im nächsten Jahr am Bodensee und da bist du doch dabei, oder?

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    • Author
      Christine Reguigne 3 Jahren her

      Liebe Katrin,

      bevor dir Steff zu sehr fehlt, kommt doch einfach hier zu uns ins Hauptquartier, dann hast du täglich deine Portion Steff 😉

      Liebe Grüße
      Christine

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  7. Kerstin Wessel 3 Jahren her

    Ich dachte die ganze Zeit während des Lesens: Ja, so isse, die Steff! Tolle Fragen aber auch!

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    • Stefanie Boese-Bellach 3 Jahren her

      Dankeschön Kerstin, das ist mir sehr wichtig. Authentizität 🙂

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  8. Angela Steffens 3 Jahren her

    Das klingt nach einem Leben aus der Mitte heraus, liebe Steff (mit ff oder mit ph?). So, wie du die Zimtschnecken backst, die ich übrigens demnächst ausprobieren werde, ganz aus dem Bauch heraus. Das gefällt mir total gut, weil du die verschiedenen Lebensbereiche, Themen und Bedürfnisse wunderbar miteinander verbindest. Es fühlt sich „fließend“ an.

    Wie wäre es denn, wenn wir dich in Malberg im Trekkie-Kostüm mit Zimtschnecke in der einen und Mikrofon in der anderen Hand erleben dürfen??? Ich melde es nur schon mal an 😉

    Ich freu mich total, so viel von dir erfahren zu dürfen. Das ist eine Bereicherung! 🙂

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    • Stefanie Boese-Bellach 3 Jahren her

      Ich bin die mit dem „ff“!!!
      Liebe Angela, ich liebe es die verschiedenen Lebensbereiche in harmonische Schwingung zu brinen…wie Musik 🙂
      Schön, dass das bei dir angekommen ist!
      Und über deine Malberg-Idee denke ich mal scharf nach 😉

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  9. Jo Jansen 3 Jahren her

    Liebe Steff, eine wundervolle Vorstellung! Auch wenn wir uns noch nicht persönlich begegnet sind, finde ich Dich sehr sympathisch. Und ja, den Traum vom eigenen Café haben wohl viele Frauen. ??☕️ Ich wünsche Dir alles Gute für Deine nächsten Ziele ?und hoffe sehr, Dich bald einmal live erleben zu dürfen. Gern auf der Bühne … ?

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    • Stefanie Boese-Bellach 3 Jahren her

      Dankeschön Jo! Ja, das Leben bleibt spannend. Ich hoffe wirklich auch sehr, dass wir uns mal live und in Farbe erleben dürfen. Und vielleicht, so als Überbrückung….les ich doch mal nen Jo Jansen Krimi 🙂

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  10. Outi Kaden 3 Jahren her

    Ganz schönes Interview, liebe Steff. Du scheinst unenendlich viel Energie und Ideen zu haben. PS: Die Zimtschnecken gibt es in Finnland auch, sie werden etwas anders aufgewickelt und heißen Ohrfeigen 🙂

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  11. Stefanie Boese-Bellach 3 Jahren her

    Danke Outi!
    Wirklich? Ohrfeigen? Und wie schreibt man das auf finnisch?
    🙂

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  12. Andrea Behle-Krämer 2 Jahren her

    Sehr schönes Interview, vielen Dank dafür. Ich freue mich schon auf Malberg!
    Kriege gerade das Bild nicht aus dem Kopf: Gastgeberin im Trekkie-Outfit und vermutlich mit spitzen Ohren wandert mit ihren Gästen durch einen Garten voller Zimtschnecken und Käsekuchen!

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