Regina Gehring, Jahrgang 1964. Studium der Anglistik, Italianistik und der Betriebswirtschaft in Gießen und Salford (GB), Abschluss als Diplom-Anglistin (Wirtschaftswissenschaften/Schwerpunkt: Betriebswirtschaftslehre). Allgemein ermächtigte Übersetzerin der italienischen und englischen Sprache für die Gerichte und Notare im Land Hessen, eingetragen als vereidigte Übersetzerin beim Italienischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main, langjährige Erfahrungen als Dolmetscherin bei Gerichtsverfahren, Eheschließungen, Beurkundungen u.v.m., seit mehr als 25 Jahren Inhaberin von Sprachendienst Gehring. Mutter zweier erwachsener Söhne, lebt mit Mann, Hund und Katze in einem alten Bauernhaus in Wetzlar.

 

Frauennetzwerk Desperate Workwives Interview Regina Gehring

 

Regina Gehring

Sprachendienst Gehring

 

info@sprachendienst-gehring.de

www.sprachendienst-gehring.com

 

 

Wie verbindest du Job und Familie?

Mittlerweile ist das einfach: meine Kinder sind erwachsen. Aber als ich mich vor über 25 Jahren selbständig gemacht habe, war das durchaus noch eine zeitliche und organisatorische Herausforderung.

 

Wenn du drei Wünsche frei hättest, was würdest du dir für deine Karriere wünschen?

Wunsch eins ist, dass ich zunehmend weniger im Büro vor Ort sein muss, sondern meinen Agenturbetrieb auch von unterwegs aus und aus dem Ausland aufrechterhalten kann.

Wunsch zwei, dass ich in rund 10 Jahren ein interessantes Kaufangebot für mein Unternehmen erhalte.

Und Wunsch drei an meine Glücksfee wäre, dass ich auch danach noch so lange, wie ich möchte, so lange ich körperlich kann und so, wie ich lustig bin, mir die Aufträge in meinen eigenen Sprachkombinationen, die mich interessieren, für mich herauspicken kann.

Zusammenfassend muss ich sagen: Ganz explizit wünsche ich mir einen stufenweisen und selbstbestimmten Einstieg ins Rentenalter – ich liebe meinen Job!

 

Was möchtest du anderen Frauen mit auf den Weg geben?

Eigentlich nichts. Jede muss ihren eigenen Weg finden. Und sich dabei nicht reinreden lassen.

 

Wie lange bist du schon ein Desperate Workwife? Was bedeutet das für dich?

Seit Ende 2011 oder Anfang 2012. Also schon ganz schön lange!

Die Desperate Workwives sind ein supertolles Frauen-Netzwerk, bei dem digitale Welt und wirkliches Leben Hand in Hand gehen. Real funktionierende Frauen-Freundschaften – eine echte Bereicherung, weit über alles Berufliche hinausgehend.

 

Du bist Inhaberin einer Übersetzungsagentur mit einem großen Team im Hintergrund. Warum ist eine gute Übersetzung so wichtig?

Bei der Übersetzung von Webseiten oder Flyern geht es um das Image des Unternehmens. Da ist Stilsicherheit gefragt, es geht um stilistische Feinheiten, um den internationalen Auftritt des Unternehmens. Keine professionellen Muttersprachler einzusetzen, um zu sparen, ist hier sicherlich nicht der richtige Weg. Und denken Sie an juristische Feinheiten bei der Übersetzung von AGBs oder Verträgen. Nicht-fachgerecht durchgeführte Übersetzungen können schnell juristische Konsequenzen mit sich bringen. Bei Übersetzungen ist „Geiz ist geil“ sicherlich nicht die richtige Einstellung. Ganz schnell hat hier so manch einer am falschen Ende gespart!

 

Welche Sprachen sprichst du selbst und würdest du gerne noch die eine oder andere Sprache lernen?

Ich bin beruflich mit Englisch und Italienisch unterwegs. In Südbaden aufgewachsen, ist jedoch Französisch in der Schule meine erste Fremdsprache gewesen. Während rund 2 Jahren hatte ich Latein, und in der Oberstufe Spanisch. Für Urlaubsaufenthalte oder die Zuordnung von fremdsprachlichen Unterlagen ist das schon mal eine große Hilfe. Neuerdings „lerne“ ich passiv Portugiesisch. Ich verstehe durch das Italienische und Spanische Portugiesisch schon recht gut, habe beim Sprechen ganzer Sätze aber noch Skrupel. Große Lust hätte ich, mal als Einstieg einen einwöchigen Sprachkurs in Portugal zu machen.

 

Sind Online-Übersetzungen eine ersthafte Gefahr für den Beruf des Übersetzers? Wie siehst du das?

Translation Memory-Tools und gute Übersetzungssoftware sind in den Händen eines menschlichen Übersetzers sinnvolles Werkzeug. In unserer schnelllebigen Zeit sind sie einem professionellen Übersetzer eine gute Unterstützung. Wichtig ist, dass ein fachkundiger Mensch sich eingehend und kritisch mit dem Produkt dieser Tools beschäftigt.

Ich persönlich sehe nicht, wie so oft geunkt wird, den Trend, dass Software den Übersetzer ablösen wird. Was heute aber über den Tisch von Übersetzungsbüros läuft, sind Übersetzungen von Webseiten und Flyer, die nicht nur „irgendwie“ in die Fremdsprache zu übersetzen sind, sondern stilistisch einwandfrei von marketingtechnisch versierten Muttersprachlern druckreif zu übersetzen sind– das kann keine Software auf dem erforderlichen Niveau. Oder es werden beglaubigte Übersetzungen von Verträgen oder Urkunden benötigt. Dafür hat ein Übersetzer einen Eid abgelegt, dass er treu und gewissenhaft übersetzt, und macht sich im Zweifelsfall strafbar. Beglaubigte Übersetzungen sind also von einem ganz bestimmten, gerichtlich ermächtigten oder vereidigten Übersetzer zu fertigen. Auch dafür sehe ich keine Alternative.

 

Als Ausgleich zum Bürojob gibst du in deiner Heimatstadt Wetzlar Stadtführungen. Was reizt dich daran?

Das Gesamtpaket: Urlauber sind meist entspannt und gut gelaunt. Das ist für mich, die sehr viel Zeit von ihrem Rechner verbringt, einfach schön. Außerdem bin ich gerne an der frischen Luft und liebe es, Besucher anhand von Geschichten und Anekdoten in die Geschichte Wetzlars eintauchen zu lassen. Das natürlich auch auf Englisch oder Italienisch. Wetzlar hat eine sehr romantische mittelalterliche Altstadt, die bislang noch jeden Besucher entzückt hat. Wenn das Wetter dann noch mitspielt, schwappt da so viel gute Laune rüber – das macht einfach Spaß und bringt viel Abwechslung mit sich!

 

Herzlichen Dank an dich, liebe Regina, dass du unsere acht Fragen beantwortet hast 🙂

2 Kommentare
  1. Stephanie 7 Monaten her

    Ein tolles Bild und weie Antworten, liebe Regina!

    • Stephanie 7 Monaten her

      und dann liefere ich auch noch einen Schreibfehler mit 🙂 … „weise“ soll es heißen!

      1

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